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Der Alte Friedhof

 

In Relsberg hat es nie eine Kirche gegeben, um die man hätte seine Toten begraben können. Auf weitem Wege mussten sie zur Mutterkirche getragen werden. Deshalb bezeichneten unsere Vorfahren ihren Kirchenweg meist auch als Totenweg.

 

Bis zum Jahre 1680 hat Relsberg seine Verstorbenen über den alten Amts- und Kirchweg nach Reipoltskirchen geleitet.

 

Von 1680 bis zum Jahre 1688 wurden die verstorbenen Protestanten in Niederkirchen und Rathskirchen bestattet.

 

Erst vom Jahre 1688 an konnten alle Relsberger Lutheraner in Niederkirchen beerdigt werden.

 

Am 18.09.1837 beschloss der Gemeinderat Niederkirchen die Grablegungen um die Kirche zu beenden. Jedes Dorf war deshalb gehalten, sich seinen eigenen Friedhof zu schaffen.

 

Im Jahr 1838 errichtete die Gemeinde Relsberg einen eigenen Friedhof, der jetzige „Alte Friedhof“.

Der erste Relsberger, der auf heimischem Boden bestattet wurde, war Heinrich Gödel.

 

Die letzte Beerdigung fand hier im Jahre 1945 statt.

 

2005 pachtete der Heimat- und Kulturverein Relsberg das Kleinod und machte es sich zur Aufgabe den „Alten Friedhof“ der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

 

Wer einmal zur Maienzeit unseren alten Friedhof betritt, gerät in einen süß duftenden Fliederwald, über den eine blühende Kastanie ihr uraltes Gezweig ausbreitet. Wilder Efeu überwächst die umgestürzten Grabmale. Goldgewirkte Namen verblassen in übermoosten Trümmern. Wer sich unter Maienblüte und jungem Laub auf der Friedhofsbank seinen Gedanken hingibt, begegnet einem Urbild der Romantik: Geheimnisvoll unbekümmert überwuchert der bunte Frühling die in den Trümmern liegende Idylle der Vergänglichkeit. Lange vergangenen Tod empfinden wir wie tiefen Trost. Er hat seinen Schmerz verloren.

 

(aus: Laub, Karl-Werner, Relsberg – kleine pfälzische Toscana -, Ein Heimatbuch, 2008 Link)

 

 

asd